Schleudergang 1000 oder das „Kein-Rennen“-Rennen - Schleudergang 1000 or the "Non-Race" Race (english version below)

Fotos und mehr auf Ride with GPS Was ist Schleudergang 1000? Ein Ultracycling-Abenteuer, ein „Self-Supported“-Rad-Event, das als 8-förmige Schleife zwischen Dresden und Nürnberg aufgebaut ist. Es ist kein klassisches Rennen, sondern eine persönliche Herausforderung. Soweit, so gut. Und ich? Ich wusste bei meiner Jahresplanung für 2026 noch nicht so recht, was und ob ich überhaupt noch ein Ultracycling-Rennen fahren will. Es gibt ein paar entscheidende Fragen, über die ich viel nachgedacht habe. Warum sollte irgendjemand Geld fürs Radfahren bezahlen? Okay, nehmen wir an, ich zahle jemanden Geld, weil es ein Rennen ist. Aber was bekomme ich denn für mein Geld – außer einer Startlinie, Checkpoints (mal besetzt, mal nicht), einer Ziellinie sowie Mitstreitern und Gegnern? Okay, nehmen wir an, ich zahle Geld für ein Rennen. Die meisten Rennen finden viele hundert bis tausende Kilometer von meiner Haustür entfernt statt und kosten insgesamt viel Geld. Sehr viel Geld. Ich brauche viel Zeit für die An- und Abreise und muss dafür einen riesigen Aufwand betreiben. Will ich das? Habe ich darüber nicht schon zu oft und zu viel nachgedacht? Und bist du nicht schon genug Rennen gefahren? Will ich nicht lieber – so wie vor ein paar Wochen – einfach nur Rad fahren und das Leben genießen? Land und Leute kennenlernen? Diese und viele weitere Fragen stellte ich mir in den vergangenen Jahren. Zumindest habe ich eine Entscheidung getroffen: Denk nicht so viel darüber nach und mach einfach das, was dir Freude macht. Als ich dann vom Schleudergang 1000 hörte, wusste ich sofort: Bei der Premiere will ich dabei sein. Start direkt vor meiner Haustür. Ziel direkt vor meiner Haustür – also keine stressige und kostenintensive An- und Abreise. Startgebühr. Manche Dinge kosten einfach Geld, aber ich empfand den Preis als vollkommen gerechtfertigt. Die Strecke, das Konzept und der Zeitpunkt sagten mir sehr zu. Beschlossene Sache! Meine Jahresplanung für 2026 stand. Die Wintermonate im Süden radeln, dann Paris–Roubaix, Fichkona und SG1000. Ich bin gespannt, ob in der zweiten Jahreshälfte noch etwas dazukommt. Freitag, 3. Juli 2026 Meine Frau Angela und ich fuhren mit den Rädern zum Bike-Check und Race Briefing ins Thalia Cinema. Bei Coffee and Cycling trafen wir alte Bekannte und lernten neue Menschen kennen. Eine ganz besondere Ehre wurde mir auf DotWatcher zuteil. SG1000 hatte sich für das Tracking der Fahrer entschieden und auf der Seite wurde ich als „der Ultracycling-Veteran“ erwähnt. Was für eine Ehre. Vielleicht bin ich das ja sogar, obwohl ich mich ganz anders fühle. Ich bastelte zum ersten Mal in meinem Leben einen WhatsApp-Kanal, sodass jeder, der Lust und Zeit hatte, meine Challenge verfolgen konnte. Und hier passierte etwas, über das ich in den kommenden Tagen viel nachgedacht habe. Ein Freund und sehr guter Ultracyclist schrieb mir. Der Chat verlief ungefähr so: Freund: Ich dachte, das ist kein Rennen? Ich: Ist es auch nicht. Freund: Warum dann Tracking? Ich: Damit jeder sehen kann, wo sich die Fahrer gerade befinden. Ist doch schön, jemanden verfolgen zu können. Freund: Das ist aber etwas anderes. Ich: Du weißt doch: Wo eine Startlinie und ein Ziel sind, gibt es immer ein Rennen. Wärst du denn gestartet, wenn du gewusst hättest, dass es ein Tracking gibt? Freund: Ja. Als Erstes musste ich an das Thema Motivation denken. Es hat mich schon immer interessiert und ich habe im Laufe der Jahre einiges darüber gelesen. Ich kenne mich sehr gut und weiß, dass ich mein ganzes Leben auf Leistung getrimmt wurde – in der Erziehung, im Beruf und folglich auch im Sport. Mein Selbstwertgefühl wird leider noch immer stark von Ergebnissen beeinflusst. Folglich gilt: Du bist gut, wenn du gut bist. Der Wunsch jedoch, in sich selbst zu ruhen – auch ohne Anerkennung von außen –, fällt mir nach wie vor schwer. Leider. Aber ich lerne mit zunehmendem Alter, mich selbst mehr zu akzeptieren. Samstag, 4. Juli 2026 5:15 Uhr aufstehen, Yoga und Kaffee. 6:00 Uhr Fahrt zum Start. 6:30 Uhr tolle Stimmung am Startort Thalia. 7:00 Uhr starteten in der ersten Welle die SG1000-Fahrer, begleitet von zwei Führungsfahrern. Zehn Minuten später gingen dann die 500-km-Starter auf die Strecke. The "no race" race is on. :-) Nach dem fliegenden Start im nahegelegenen Waldgebiet Dresdner Heide begann der Event – die Challenge, die persönliche Herausforderung – so, wie jeder Radevent, den ich jemals gefahren bin. Es entstanden Gruppen. Vorne die schnellen Fahrer, weiter hinten die langsameren. Warum jemand wo fährt, ist und bleibt eine ganz persönliche Entscheidung – vorausgesetzt, man hat die nötige Fitness, um das entsprechende Tempo zu fahren. Ich wusste für meinen Teil überhaupt nicht, was ich wollte. Aber es machte mir große Freude, mit ein paar wirklich schnellen Jungs vorne zu fahren. Mein Freund Hanni (#36), Sieger der RTPL und vor vier Wochen noch beim Trans Balkan Race am Start, und ich fuhren eine ganze Zeit zusammen. Die anderen Fahrer kannte ich nicht. Mit einem führte ich sogar ein kurzes Gespräch. Ich freute mich, dass er neben mir fuhr, denn er hatte sich kurz vor dem Event verletzt. Er (#42) hatte sich „Take your time“ auf den Arm geschrieben. Na dann – ich bin gespannt, wie das aussehen wird. Wir waren schnell unterwegs. So schnell, dass sogar Hanni sagte: „Ich glaube, wir sind echt schnell unterwegs.“ Die Führungsgruppe teilte sich genauso schnell, wie das Tempo anzog. Die Sächsische Schweiz und das anschließende Erzgebirge weisen viele steile Anstiege auf und schnell zeigte sich, wer gut Berge fahren konnte – und wer eben etwas weniger gut. Ich führte eine ganze Weile das Feld an, ohne mich dabei kaputt zu fahren. Es wunderte mich etwas, schließlich war ich mit Abstand der älteste Starter. Trotzdem fühlte es sich richtig gut an und zeitweise begann ich sogar ein wenig zu träumen. :-) Was mich zudem überraschte, war der hohe Gravel-Anteil. Da ich das Roadbook nur flüchtig gelesen hatte, war ich davon ausgegangen, dass es nur ein paar Abschnitte sein würden. Typisch Arno. :-) Die Grenze nach Tschechien war schnell erreicht und es ging hinauf Richtung Sněžník (Schneeberg). Ich kannte jede Straße und wusste, was mich erwartete. Körperlich lief es hervorragend. Ich hatte richtig gute Beine und es fühlte sich leicht an. Trotzdem wollte sich überhaupt keine Freude einstellen. Stattdessen begann das Kopfkino. Was machst du hier? Willst du das wirklich? Denk doch mal an Pfingsten, als du vier wunderschöne Tage auf dem Fahrrad verbracht hast. Fahr langsamer. Genieße es doch. Es läuft doch gut. Reiß dich zusammen. Hör auf herumzuspinnen. Ich bin erschöpft. Ich will nicht mehr. Wenn ich jetzt umdrehe, schlafe ich heute Nacht in meinem eigenen Bett. Du brauchst dir nichts mehr zu beweisen. Du musst dich für nichts rechtfertigen. Es hämmerte in meinem Kopf und jeder Versuch, diese Gedanken zu verdrängen, scheiterte. Ich fühlte mich einsam und ausgebrannt. War es das? War hier Schluss? All die Jahre auf dem Fahrrad? Den Anstieg zum Sněžník kannte ich in- und auswendig. Ich bin jeden Anstieg auf diesen Berg unzählige Male gefahren. Unterwegs traf ich Hanni wieder und überholte ihn sogar etwa auf halber Höhe. @Hanni: Danke noch einmal für dein Lob. Ab diesem Zeitpunkt habe ich Hanni nicht mehr wiedergesehen. Vielen Dank an SG1000-Fans die uns begeistert am Sneznik empfangen haben. Leider war meine Frau nicht darunter. Ich hatte aber Verständnis. Sie war bereits früh morgens am Start gewesen, hatte eine weite Anreise und anschließend wartete auch noch die Arbeit auf sie. Die Gedanken ließen mich trotzdem nicht los. Ich hatte gute Beine, das Rennen lief hervorragend – und trotzdem fehlte jede Freude. Das Kopfkino ging weiter. Was machst du hier? Willst du das wirklich? Fahr doch einfach langsamer. Genieße die Landschaft. Warum musst du immer schnell fahren? Es war gerade einmal der Anfang der Reise und trotzdem fühlte ich mich innerlich leer. So fuhr ich weiter über den Südhang Richtung Mückentürmchen. Ein weiterer Anstieg, den ich bestimmt genauso oft gefahren bin wie den Sněžník. Besonders das Bergzeitfahren in Krupka ist mir noch gut in Erinnerung geblieben, denn genau dort endet es. Und dann passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Am steilsten Stück, kurz vor der Bergankunft, stand plötzlich meine Frau und feuerte mich an. Was für eine Überraschung! Ich hielt sofort an, nahm sie in die Arme und sagte ihr ehrlich, was mir seit Stunden durch den Kopf ging. „Ich habe keine Lust mehr.“ Wir machten gemeinsam eine kleine Pause. Ich aß eine tschechische Kräuterwurst – angenehm mild – und trank ein alkoholfreies Bier. Und wie durch Zauberhand war plötzlich alles anders. Ich kann bis heute nicht genau beschreiben, was passiert ist. Aber von diesem Moment an war mein Kopf ruhig. Ich war wieder bei mir. Seit über einem Jahr fahre ich wieder richtig hart beziehungsweise schnell Fahrrad. Ich trainiere regelmäßig mit deutlich stärkeren und natürlich auch jüngeren Fahrern und presse dabei oft das letzte Korn aus meinem Körper. Paris–Roubaix bin ich dieses Jahr mit einem Schnitt von 32 km/h gefahren – satte vier km/h schneller als 2019. Bei Fichkona lagen wir vor drei Wochen über mehr als 600 Kilometer bei einem Schnitt von 34 km/h. Dieses schnelle Fahren ist jedoch etwas völlig anderes als Ultradistanz. Bis zum Mückentürmchen fehlte mir einfach der Flow, die richtige Pace. Mein Engel Angela hat dort irgendwie den richtigen Knopf gedrückt. Von diesem Moment an lief es. Ich rollte ohne Kopfkino durch das Erzgebirge, mal auf tschechischer, mal auf deutscher Seite, Richtung Karlovy Vary (Karlsbad) und von dort weiter zum ersten Checkpoint nach Loket. An einer mir gut bekannten Tankstelle – ich hatte Deutschland gerade wieder verlassen – füllte ich meine Vorräte auf und lernte Tim (#12) kennen. Wir unterhielten uns eine Weile. Er erzählte mir von seinen schönen Radabenteuern und bestaunte mein Fahrrad, weil ich – verglichen mit ihm – praktisch nichts dabeihatte. Mit den Jahren hat sich bei mir ein Setup durchgesetzt: So wenig wie möglich. So viel wie nötig. Beinlinge, Armlinge, Handschuhe, Halstuch, Windjacke und Regenjacke. Mehr brauche ich nicht. Auch nicht bei 3.000 Kilometern. Außer natürlich, wenn es richtig kalt wird. Dann kommt noch eine dickere Jacke dazu. Ich hatte mir – wie eigentlich immer – keine Strategie zurechtgelegt. Weder beim Tempo noch bei der Fahrzeit oder der Frage, ob und wann ich schlafen würde. Mein einziges Ziel war zunächst ganz einfach: Erst einmal CP1 erreichen. Zunächst überholte mich Tim, kurze Zeit später überholte ich ihn wieder. Und dann kam Motivation 2.0 – in Form meines lieben Freundes Carsten. Carsten ist ein sehr guter Radfahrer und kam mir auf dem Rennrad entgegen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß meine Freude war. Er begleitete mich ein Stück und ich erzählte ihm von meinen anfänglichen Motivationsproblemen, die nun – auch durch ihn – endgültig wie Seifenblasen zerplatzt waren. Die Streckenplanung war der Hammer und dank des hohen Offroad-Anteils ein einziges Fest für meine Augen. Das „Kein-Rennen“-Rennen verlief völlig problemlos. Ich hatte Druck auf dem Pedal und spulte Kilometer für Kilometer ab. Am Samstag, dem 4. Juli 2026, erreichte ich den ersten Checkpoint in Loket und holte mir meinen Stempel. Ein paar Fahrer und Fahrerinnen saßen gemütlich zusammen und die Stimmung war ausgesprochen gut. Es war noch hell und nach einem kurzen Plausch fuhr ich weiter. Wenn ich Rennen fahre, dann fahre ich Rennen. Die Dinge, die erledigt werden müssen, erledige ich möglichst schnell. Ich mag es nicht, Zeit an Checkpoints zu vertrödeln. Trotzdem summieren sich diese vielen kurzen Stopps am Ende zu mehreren Stunden. Es folgte die Nacht. Wie immer füllte ich meine Vorräte noch einmal auf und machte mich auf den Weg. Mein Supernova-Dynamolicht mit Fernlicht machte zusammen mit meiner Lupine Piko die Nacht praktisch zum Tag. Gut so, denn auch in der Dunkelheit warteten viele anspruchsvolle Gravel-Passagen. Irgendwann traf ich einen weiteren Fahrer. Ich überholte ihn bergab, er überholte mich bergauf. Die Nacht forderte ihren Tribut und ich entschloss mich zu einem kurzen Powernap in einer schönen, fast vollständig geschlossenen Bushaltestelle. Als ich sie betrat, lag dort bereits mein Begleiter. Auch er wollte schlafen. Also legten wir uns jeder auf eine Bank und ruhten uns aus. Im Powernapping bin ich Weltmeister. Kaum liege ich – in kompletter Montur, der Helm bleibt selbstverständlich auf – schlafe ich ein. Und wie durch Zauberhand wache ich nach 15 bis 20 Minuten ganz ohne Wecker wieder auf. Diesmal wurde ich wach, weil mir etwas kalt geworden war. Mein Mitstreiter hatte sich zum Schutz vor der Kälte in eine Rettungsdecke eingewickelt. Ich stieg wieder aufs Rad. Er schlief weiter. Die Nacht war kurz und dank der angenehmen Temperaturen machte das Fahren richtig Freude. Meine neue Albion-Jacke – vielen Dank für die Unterstützung – war dafür genau die richtige Wahl. Sonntag, 5. Juli 2026 Es folgte eine sehr lange Zeit ohne Verpflegungsmöglichkeit. Ich weiß nicht, was die Menschen in dieser Region Sonntags essen. Bei uns gibt es Bäcker mit frischen Sonntagsbrötchen oder Tankstellen, die eher kleinen Supermärkten gleichen. Hier fand ich erst gegen Mittag eine Tankstelle, an der ich mich endlich versorgen konnte. Die Kassiererin fragte mich interessiert, was ich denn machen würde, wo ich her käme und wohin ich wolle. Wie so oft blickte ich in große, ungläubige Augen, als ich ihr vom „Kein-Rennen“-Rennen erzählte. Die Strecke hatte inzwischen deutlich weniger Gravel-Anteile und mit vollem Tank rollte es wieder hervorragend. Nürnberg und damit Checkpoint 2 erreichte ich um 13:25 Uhr. Ich freute mich über das leckere Essen vor Ort. Ein kurzes Gespräch, etwas essen und schon ging es weiter. Verabschiedet wurde ich mit den Worten: „Du Maschine!“ Ich musste schmunzeln. In Nürnberg selbst überraschten mich der enorme Motorenlärm und die zahlreichen Straßensperrungen. Ich fuhr an den gewaltigen Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus vorbei und weiter hinaus in den Nürnberger Forst. Der Lärm begleitete mich noch viele Kilometer. Ebenso ein wenig Regen. Später recherchierte ich, dass an diesem Tag das DTM-Rennen auf dem Norisring stattfand. Nach dem Regen suchte ich mir über Booking.com eine Unterkunft und fuhr noch etwa 75 Kilometer bis dorthin. Um 18:44 Uhr bezog ich mein Zimmer. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit der Vermieterin aus Lettland, die zuvor viele Jahre in England gelebt hatte. Ich mag Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und den Mut haben, etwas zu verändern. Die schönste Überraschung des Tages wartete allerdings im Badezimmer. Eine große Badewanne. Wir besitzen zu Hause keine. Also ließ ich sofort warmes Wasser einlaufen und genoss nach 644,8 Kilometern, 8.877 Höhenmetern sowie 29 Stunden und 50 Minuten Nettofahrzeit dieses kleine Stück Wellness. Mit einem Wecker auf 3:00 Uhr schlief ich wunderbar ein. Montag, 6. Juli 2026 Um 3:34 Uhr machte ich mich auf die verbleibenden Kilometer bis zum Ziel. Die milde Luft ermöglichte es mir sogar, ohne Radjacke zu fahren. Es war Montag und bereits um 4:47 Uhr gönnte ich mir ein entspanntes Frühstück in einer Bäckerei. Die Strecke führte die Teilnehmer durch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Ich konnte an diesem Ort nicht einfach vorbeifahren. Stattdessen las ich die Informationen auf den Gedenktafeln und gedachte der vielen Menschen, die dort ihr Leben verloren haben oder das Lager zwar überlebten, die seelischen Wunden aber für immer mit sich tragen. Durch meinen Beruf als Fotograf für eine Nachrichtenagentur habe ich viele Orte des Schreckens und der Grausamkeit gesehen. Ich habe Krieg fotografiert und mit Opfern des Nationalsozialismus sprechen dürfen. Nie wieder Krieg! Es ging weiter und die nächste geschichtsträchtige Station folgte. Der ehemalige Todesstreifen der deutsch-deutschen Grenze. Auch hier hielt ich an und machte einige Fotos. Ich dachte darüber nach, wie schrecklich dieser Ort einst gewesen sein musste – und wie friedlich und schön er heute ist. Ich fuhr über die hügeligen Wege entlang des ehemaligen Grenzstreifens und wünschte mir, dass eines Tages alle Grenzen fallen mögen. Vor allem die in den Köpfen der Menschen. Freiheit ist eines der wichtigsten Güter in meinem – in unser aller – Leben. Um 12:41 Uhr erreichte ich zum zweiten Mal Loket und damit den letzten Checkpoint. Ein Helfer sagte mir, dass ich aktuell auf dem vierten Platz liegen würde. Der junge Mann neben mir sei Dritter. Bis zu diesem Moment wusste ich das überhaupt nicht. Ich antwortete schmunzelnd: „Ach, ich fahre doch sowieso in meiner eigenen Altersklasse. Mit fast 63 Jahren könnte der junge Mann ja mein Enkel sein.“ Daraufhin verriet er mir sein Alter. 33 Jahre. Ich musste lachen. „Na gut ... dann eben mein Sohn.“ Kurz nach ihm machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Ziel. Die neu geschotterten Wege machten das Fahren stellenweise etwas anspruchsvoller, besonders bergab bei höherem Tempo. Leider passierte wenig später etwas, das ich in dieser Form noch nie erlebt hatte. Ich fuhr auf einer wunderschönen Straße durch Tschechien. Ein Auto überholte mich mit ausreichend Sicherheitsabstand. Der Fahrer hatte sogar kurz gewartet, bis genügend Platz vorhanden war. Wenig später überholte mich ein zweites Auto. Kaum war es an mir vorbei, machte der Fahrer eine Vollbremsung. Mit quietschenden Reifen. Dank meiner Fahrtechnik prallte ich nicht auf das Heck des Autos, sondern schoss rechts daran vorbei. Dabei streifte ich mit Lenker und Hand den Außenspiegel so heftig, dass er abriss. Mein Herz raste. Im nächsten Moment hatte ich nur einen Gedanken: Jetzt fährt er mich von hinten über den Haufen. Ich drehte mich um. Das Auto beschleunigte auf mich zu. ... und fuhr an mir vorbei. Der Fahrer schrie hinter der geschlossenen Scheibe irgendetwas in meine Richtung. Dann war er verschwunden. Ich sah ihn nie wieder. Warum? Warum versucht ein Mensch, einen anderen Menschen zu töten? Das ging weit über die üblichen Drohgebärden hinaus, die man als Radfahrer leider kennt. Ich glaube sogar, dass dem Fahrer in diesem Moment bewusst wurde, was er gerade getan hatte. Einmal mehr wurde mir klar, dass es wohl immer Kriege geben wird, solange es Menschen gibt, die so handeln. Die Nacht brach herein. Noch ein kurzer Stopp an einer Tankstelle, etwas essen – und weiter Richtung Ziel. Das Erzgebirge verlangte mir noch einmal alles ab. Ein ständiges, steiles Auf und Ab. Als wollte es einfach kein Ende nehmen. Erst ab Freiberg wurde das Gelände langsam flacher. Seit etwa der Mitte des Rennens ließ sich mein Wahoo ELEMNT Roam nur noch eingeschränkt bedienen. Die rechte Taste, mit der man die Seiten wechseln kann, funktionierte nicht mehr. Dadurch konnte ich unter anderem den Akkustand nicht mehr kontrollieren. Während der Fahrt hatte ich den Wahoo zwar immer wieder geladen und war überzeugt, dass der Akku bis ins Ziel reichen würde. Tat er aber nicht. Mitten im sächsischen Nirgendwo schaltete sich das Gerät plötzlich aus. Ich schloss sofort den Nabendynamo inkl. Powerbank an und startete die Navigation auf meinem Mobiltelefon. Der nächste Schreck. 4 % Akku. Ich fuhr weiter. Doch ständig erschien die Meldung: „Bitte Energiesparmodus ausschalten.“ Eine vernünftige Navigation war so kaum möglich. Kurz darauf war auch das Handy aus. Ich fuhr im Schneckentempo weiter, weil ich auf keinen Fall von der Strecke abkommen wollte. Nach einer gefühlten Ewigkeit startete der Wahoo wieder. Die Wiederherstellung der Aufzeichnung dauerte zwar ebenfalls eine Weile, aber schließlich lief die Navigation wieder. Mit ordentlich Adrenalin im Blut machte ich mich an die letzten Kilometer. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel sah ich auf einer kleinen Landstraße ein hell beleuchtetes Auto. Laut Musik. Ich dachte zunächst an ein paar Jugendliche, die dort feierten. Beim Vorbeifahren erkannte ich jedoch nur eine einzelne Person. Plötzlich hörte ich meinen Namen. Jetzt wusste ich sofort, wer dort stand. Mein lieber Arbeitskollege Micha. Er wohnt ganz in der Nähe und hatte an der Strecke auf mich gewartet. Was für eine Überraschung. Ich freute mich riesig. Gleichzeitig tat es mir leid, dass ich seine liebevoll vorbereiteten Speisen ablehnen musste. Bei einem Unsupported-Rennen ist fremde Verpflegung schließlich nicht erlaubt. Wir unterhielten uns kurz. Dann sagte ich: „Sorry, ich muss weiter. Wir sehen uns die Tage.“ Danke, Micha! Das hat mich wirklich gefreut. Ich schrieb meiner Frau, sie möge den Haustürschlüssel bitte draußen deponieren, und rollte um 0:40 Uhr ins Ziel. Eine Zeit lang hatte ich gehofft, noch vor Mitternacht anzukommen. Das Problem mit dem Wahoo hatte jedoch zusätzliche Zeit gekostet. Und außerdem hätte ich dann nicht mit Micha plaudern können. Das war es mir nicht wert. Im Ziel wurde ich von Isabell, Tobbe, einem Fotograf aus dem Orga-Team, zwei Fahrerinnen, die kurz vor mir die 500-Kilometer-Strecke erfolgreich beendet hatten, und ... ... meiner Frau begrüßt. Schon wieder eine Überraschung. Wie schön, euch alle zu sehen. Wir unterhielten uns noch eine Weile, ich aß etwas und anschließend fuhren Angela und ich mit dem Auto nach Hause. Ein „Kein-Rennen“-Rennen war geschafft. Nach 2 Tagen, 17 Stunden und 40 Minuten erreichte ich das Ziel. Am Ende bedeutete das den 4. Gesamtrang. Ein Fahrer, der in Nürnberg gestartet war, kam rund 40 Minuten vor mir ins Ziel. Von den in Dresden gestarteten Fahrern belegte ich den 3. Platz. Natürlich freue ich mich darüber. Noch mehr freue ich mich allerdings darüber, dass ich unterwegs wieder zu mir selbst gefunden habe. Es war ein wunderschönes Erlebnis. Ein wunderschönes „Kein-Rennen“-Rennen. Die Mischung aus Straße und Gravel hat mir ausgesprochen gut gefallen. Reine Straßenrennen empfinde ich über viele Kilometer oft als etwas eintönig. Ein großes Lob an den Schleudergang und das gesamte Orga-Team. Die abschließende Finisher-Party war ein würdiger Abschluss eines besonderen Wochenendes. Ein paar Daten zum Schluss Distanz: 1.042,2 km Höhenmeter: 14.450 hm Nettofahrzeit: 48 Stunden 33 Minuten Als ich im Winter meine Saison plante, wusste ich nicht einmal, ob ich überhaupt noch ein Ultracycling-Rennen fahren wollte. Heute kenne ich die Antwort. Ja. Aber nur, wenn ich will. @Adam: Ich weiß...viel zu viel Pause! 😂 aber...es war ja auch kein Rennen ;-) Ein großen Dank an Wahoo. Vielen Dank für den Support und eure Unterstützung. Danke an Ride with GPS und Epic Ride Weather. Beste Apps Ebenso Danke an Albion. Eure Radkleidung ist perfekt Und einen besonderen Dank an meinen Freund Tino. Bester bikeshop in Town www.elbbikes.de ----------------------------------------------- What is Schleudergang 1000? It’s an ultracycling adventure—a self-supported cycling event designed as a figure-eight loop between Dresden and Nuremberg. It isn’t a traditional race, but rather a personal challenge. So far, so good. And me? When planning my year for 2026, I wasn’t quite sure what—or even if—I wanted to ride in terms of ultracycling races. There are a few crucial questions I’ve thought about a lot. Why would anyone pay money just to ride a bike? Okay, let’s assume I pay someone because it’s a race. But what do I actually get for my money—aside from a start line, checkpoints (sometimes staffed, sometimes not), a finish line, and fellow competitors? Okay, let’s assume I do pay for a race. Most races take place hundreds or even thousands of kilometers from my doorstep and cost a lot of money in total. A *lot* of money. I need a lot of time for travel to and from the event, and it requires a huge amount of effort. Is that what I want? Haven’t I thought about this too much already? And haven’t I ridden enough races by now? Wouldn’t I rather—like I did a few weeks ago—just ride my bike and enjoy life? Get to know the places and the people? I’ve asked myself these and many other questions over the past few years. At the very least, I’ve made one decision: Stop overthinking it and just do what brings you joy. When I heard about Schleudergang 1000, I knew immediately: I wanted to be part of the inaugural event. The start is right on my doorstep. The finish is right on my doorstep—so no stressful, expensive travel to get there and back. The entry fee. Some things simply cost money, but I felt the price was completely justified. The route, the concept, and the timing really appealed to me. It was a done deal! My schedule for 2026 was set. Cycling in the south during the winter months, followed by Paris–Roubaix, Fichkona, and SG1000. I’m curious to see if anything else gets added for the second half of the year. -1. Day - SCHLEUDERGANG1000 Friday 3. July 2026, 4:00 p.m. My wife Angela and I cycled to the Thalia Cinema for the bike check and race briefing. At "Coffee and Cycling," we met up with old acquaintances and got to know new people. I was accorded a very special honor on DotWatcher. SG1000 had opted to track the riders, and the site referred to me as "the ultracycling veteran." What an honor. Perhaps that is actually what I am, even though I feel quite different. For the first time in my life, I set up a WhatsApp channel so that anyone interested—and with the time to spare—could follow my challenge. And that’s when something happened that I thought about a lot over the following days. A friend—and a very accomplished ultracyclist—messaged me. The conversation went something like this: Friend: I thought this wasn't a race? Me: It isn't. Friend: Then why the tracking? Me: So everyone can see where the riders are at any given moment. It’s nice to be able to follow someone, after all. Friend: But that’s something different. Me: You know how it is: wherever there’s a start line and a finish line, there’s always a race. Would you have started if you’d known there was going to be tracking? Friend: Yes. The first thing that came to mind was the subject of motivation. It has always interested me, and I’ve read quite a bit about it over the years. I know myself very well and realize that I’ve been conditioned for performance my entire life—in my upbringing, in my career, and consequently in sports as well. Unfortunately, my self-esteem is still heavily influenced by results. The bottom line is: You are good if you are good. However, I still find it difficult to be at peace with myself—even without external validation. Unfortunately. But as I get older, I am learning to accept myself more. 1. Day - SCHLEUDERGANG1000 Saturday 4. July 2026, 5:15 a.m. 5:15 a.m.: Wake up, yoga, and coffee. 6:00 a.m.: Drive to the start. 6:30 a.m.: Great atmosphere at the Thalia starting point. 7:00 a.m.: The SG1000 riders set off in the first wave, accompanied by two lead riders. Ten minutes later, the 500 km participants headed out onto the course. The "no race" race is on. :-) The greatest love of my life at the SG1000 Start After the rolling start in the nearby Dresdner Heide forest, the event—the challenge, the personal test—began just like every other cycling event I’ve ever ridden. Groups began to form: the fast riders at the front, the slower ones further back. Why someone rides where they do is—and remains—a deeply personal choice, provided one has the fitness to maintain the corresponding pace. For my part, I didn’t really know what I wanted. But I thoroughly enjoyed riding at the front with a few really fast guys. My friend Hanni (#36)—winner of the RTPL and a competitor in the Trans Balkan Race just four weeks prior—and I rode together for quite a while. I didn’t know the other riders. I even struck up a brief conversation with one of them. I was glad he was riding alongside me, as he had sustained an injury shortly before the event. He (#42) had written "Take your time" on his arm. Well then—I was curious to see how that would play out. We were moving fast. So fast, in fact, that even Hanni remarked: "I think we’re going really fast." The lead group split up just as quickly as the pace picked up. Saxon Switzerland and the Ore Mountains that follow feature many steep climbs, and it soon became apparent who was a strong climber—and who wasn't quite as strong. I led the pack for quite a while without burning myself out. It surprised me a bit; after all, I was by far the oldest starter. Still, it felt really good, and at times I even started to daydream a little. :-) What also surprised me was the high proportion of gravel sections. Having only skimmed the roadbook, I had assumed there would be just a few stretches. Typical Arno. :-) We quickly reached the Czech border and began the climb toward Sněžník (Schneeberg). I knew every road and knew exactly what to expect. Physically, things were going brilliantly. My legs felt great, and the riding felt effortless. Yet, I couldn't summon any sense of joy. Instead, my mind started playing tricks on me. "What are you doing here? Do you really want this? Just think back to Whitsun, when you spent four wonderful days on your bike. Slow down. Enjoy it. It’s going well. Pull yourself together. Stop overthinking things. I’m exhausted. I’ve had enough. If I turn back now, I’ll be sleeping in my own bed tonight. You don’t have anything left to prove. You don’t need to justify yourself to anyone." These thoughts were pounding in my head, and every attempt to push them aside failed. I felt lonely and burnt out. Was this it? Was this the end of the road? After all these years of cycling? I knew the climb up Sněžník inside out; I had ridden up that mountain countless times. Along the way, I ran into Hanni again and even overtook him about halfway up. @Hanni: Thanks again for the praise. I didn't see Hanni again after that point. A big thank you to the SG1000 fans who gave us such an enthusiastic welcome at Sněžník. Unfortunately, my wife wasn't among them. But I understood. She had been at the start line early in the morning, had a long journey, and work was waiting for her afterward. Still, I couldn't shake those thoughts. My legs were strong, the race was going brilliantly—yet there was no joy. The mental chatter continued. !"What are you doing here? Do you really want this? Just slow down. Enjoy the scenery. Why do you always have to ride fast?" It was only the beginning of the journey, yet I felt empty inside. So, I rode on across the southern slope toward Mückentürmchen. Another climb—one I’ve certainly ridden just as often as Sněžník. The uphill time trial in Krupka, in particular, remains vivid in my memory, as that is exactly where it ends. And then, something happened that I hadn’t expected at all. On the steepest section, just before the summit finish, my wife was suddenly standing there, cheering me on. What a surprise! I stopped immediately, embraced her, and honestly told her what had been going through my mind for hours. “I don’t want to do this anymore.” We took a short break together. I ate a Czech herb sausage—pleasantly mild—and drank a non-alcoholic beer. And as if by magic, everything suddenly changed. To this day, I can’t quite describe what happened. But from that moment on, my mind was calm. I was centered again. For over a year now, I’ve been riding hard—or rather, fast—again. I train regularly with riders who are significantly stronger and, naturally, younger, often pushing my body to its absolute limit. I rode Paris–Roubaix this year at an average speed of 32 km/h—a full 4 km/h faster than in 2019. Three weeks ago, at Fichkona, we maintained an average speed of 34 km/h over more than 600 kilometers. However, riding fast like that is something completely different from ultra-distance cycling. Up until the Mückentürmchen, I simply lacked the flow—the right pace. My angel, Angela, somehow hit the right button there. From that moment on, things clicked. I rolled through the Ore Mountains—sometimes on the Czech side, sometimes on the German side—heading toward Karlovy Vary (Carlsbad) and then on to the first checkpoint in Loket. At a gas station I knew well—I had just crossed back out of Germany—I restocked my supplies and met Tim (#12). We chatted for a while. He told me about his wonderful cycling adventures and marveled at my bike, because—compared to him—I was carrying practically nothing. Over the years, I’ve settled on a specific setup: As little as possible. As much as necessary. Leg warmers, arm warmers, gloves, a neck gaiter, a windbreaker, and a rain jacket. That’s all I need. Even for 3,000 kilometers. Except, of course, when it gets really cold. Then I add a thicker jacket. As always, I hadn’t mapped out a strategy. Not regarding pace, ride time, or the question of whether and when I’d sleep. To begin with, my only goal was simple: Just reach CP1. At first, Tim overtook me; a short while later, I overtook him. Then came "Motivation 2.0"—in the form of my good friend Carsten. Carsten is an excellent cyclist and was riding toward me on his road bike. Motivation 2.0 friend Carsten You can’t imagine how happy I was. He rode alongside me for a stretch, and I told him about my initial struggles with motivation—struggles that had now, thanks in part to him, burst like soap bubbles. The route planning was incredible, and the high proportion of off-road sections made it a real feast for the eyes. The "non-race" race went off without a hitch. I kept the power on the pedals and ticked off the kilometers one by one. On Saturday, July 4, 2026, I reached the first checkpoint in Loket and got my stamp. First time CP1-Loket A few riders were sitting together casually, and the atmosphere was excellent. It was still light out, and after a brief chat, I rode on. When I race, I race. I get necessary tasks done as quickly as possible. I don’t like wasting time at checkpoints. Even so, all those short stops add up to several hours in the end. Then came the night. As always, I restocked my supplies and set off. My Supernova dynamo light with high beam, combined with my Lupine Piko, turned night into day. That was a good thing, too, as there were plenty of challenging gravel sections ahead in the dark. At one point, I encountered another rider. I overtook him on the descents; he overtook me on the climbs. The night was taking its toll, so I decided to take a quick power nap in a nice, almost fully enclosed bus shelter. When I walked in, my fellow rider was already there; he wanted to sleep, too. So, we each lay down on a bench to rest. I’m a world champion at power napping. As soon as I lie down—fully geared up, helmet staying on, of course—I fall asleep. And as if by magic, I wake up again after 15 to 20 minutes, without any alarm clock. This time, I woke up because I’d started to feel a bit cold. My fellow rider had wrapped himself in an emergency blanket to keep the cold out. I got back on my bike. He kept sleeping. The night was short, and the pleasant temperatures made the riding a real joy. My new Albion jacket—many thanks for the support—was the perfect choice for the conditions. 2. Day - SCHLEUDERGANG1000 Sunday 5. Juli 2026, 2:37 a.m. A long stretch without any chance to get food followed. I don’t know what people in this region eat on Sundays. Back home, we have bakeries with fresh Sunday rolls or gas stations that are more like small supermarkets. Here, I didn't find a gas station where I could finally stock up until around midday. The cashier asked me, with interest, what I was doing, where I’d come from, and where I was headed. As so often happens, I was met with wide, incredulous eyes when I told her about the "non-race" race. By this point, the route featured significantly less gravel, and with a full tank, the bike was rolling beautifully again. I reached Nuremberg—and thus Checkpoint 2—at 1:25 PM. I was delighted by the tasty food available there. A quick chat, a bite to eat, and I was off again. I was sent on my way with the words: "You machine!" It made me smile. In Nuremberg itself, I was surprised by the deafening roar of engines and the numerous road closures. I rode past the massive structures from the Nazi era and out into the Nuremberg Forest. The noise stayed with me for many kilometers. So did a bit of rain. I later discovered that the DTM race at the Norisring was taking place that day. After the rain stopped, I found accommodation via Booking.com and rode another 75 kilometers to get there. I checked into my room at 6:44 PM. I spent a while chatting with the landlady, who was from Latvia and had previously lived in England for many years. I like people who take charge of their own lives and have the courage to make a change. However, the best surprise of the day was waiting in the bathroom. A large bathtub. We don't have one at home. So, I immediately ran a hot bath and—after 644.8 kilometers, 8,877 meters of elevation gain, and 29 hours and 50 minutes of actual riding time—enjoyed this little moment of wellness. With my alarm set for 3:00 a.m., I drifted off to sleep wonderfully. 3. Day - SCHLEUDERGANG1000 Monday 6. July 2026, 3:34 a.m. At 3:34 a.m., I set out to cover the remaining kilometers to the finish line. The mild air even allowed me to ride without a cycling jacket. It was Monday, and by 4:47 a.m., I was already treating myself to a relaxed breakfast at a bakery. The route took participants through the Flossenbürg Concentration Camp Memorial. I couldn't simply ride past this place. Instead, I read the information on the memorial plaques and paid my respects to the many people who lost their lives there—or who survived the camp but would carry the emotional scars forever. Through my work as a news agency photographer, I have seen many places of horror and cruelty. I have photographed war and had the privilege of speaking with victims of National Socialism. Never again war! I continued on, and the next historically significant stop followed. The former "death strip" of the inner-German border. I stopped here, too, and took a few photos. I reflected on how terrible this place must once have been—and how peaceful and beautiful it is today. I rode along the hilly paths following the former border strip, wishing that one day all borders might fall. Especially the ones in people's minds. Freedom is one of the most important assets in my life—in all our lives. At 12:41 p.m., I reached Loket for the second time, marking the final checkpoint. A volunteer told me I was currently in fourth place. The young man next to me was in third. I hadn't known that at all until that moment. I replied with a smile: "Oh, well, I’m riding in my own age group anyway. At nearly 63, that young man could be my grandson." Then he revealed his age to me. Thirty-three. I had to laugh. "All right, then... my son it is." Klicken zum Fortfahren Loket again - CP3 Shortly after him, I set off again toward my destination. The newly graveled paths made riding a bit more challenging in places, especially on downhill stretches at higher speeds. Unfortunately, a little later, something happened—something the likes of which I had never experienced before. I was riding along a beautiful road in the Czech Republic. A car overtook me, leaving plenty of room for safety. The driver had even waited briefly until there was enough space. A short while later, a second car overtook me. No sooner had it passed me than the driver slammed on the brakes. Tires screeching. Thanks to my riding technique, I didn't crash into the rear of the car but shot past it on the right. In doing so, I clipped the side mirror with my handlebar and hand—so hard that it snapped right off. My heart was racing. In the next moment, I had only one thought: Now he’s going to run me down from behind. I turned around. The car accelerated toward me. ... and drove right past me. The driver shouted something in my direction from behind the closed window. Then he was gone. I never saw him again. Why? Why would a person try to kill another person? This went far beyond the usual aggressive gestures cyclists unfortunately know all too well. I even believe that, in that moment, the driver realized what he had just done. Once again, it became clear to me that there will likely always be wars as long as there are people who act this way. Night fell. One last quick stop at a gas station for a bite to eat—and then on toward the destination. Klicken zum Fortfahren No sweet food helps sometimes ;-) The Ore Mountains demanded everything I had left. A constant, steep succession of ups and downs. It felt as though it would never end. The terrain only began to level out after Freiberg. From about the halfway point of the race, the functionality of my Wahoo ELEMNT Roam was severely limited. The right-hand button, used to switch screens, stopped working. As a result, I was unable to check the battery level, among other things. I had been charging the Wahoo periodically during the ride and was convinced the battery would last until the finish line. But it didn't. The device suddenly shut down in the middle of the Saxon countryside. I immediately connected the hub dynamo and power bank, then started navigation on my mobile phone. Then came the next shock. 4% battery. I kept riding. But a message kept popping up: "Please turn off power-saving mode." Proper navigation was hardly possible this way. Shortly after, my phone died too. I continued at a snail's pace because I absolutely didn't want to go off-course. After what felt like an eternity, the Wahoo restarted. Restoring the ride data took a while too, but eventually, the navigation was up and running again. Wohoo upss With a good dose of adrenaline in my system, I tackled the final kilometers. About 40 kilometers from the finish, I spotted a brightly lit car on a small country road. Loud music was playing. At first, I thought it was just some young people partying there. But as I rode past, I realized there was only one person. Suddenly, I heard my name. I knew instantly who was standing there. My good colleague Micha. He lives nearby and had been waiting for me along the route. What a surprise. I was thrilled. At the same time, I felt bad having to turn down the food he had lovingly prepared. After all, outside assistance with food isn't allowed in an unsupported race. We chatted briefly. Then I said: "Sorry, I have to keep going. See you soon." Thanks, Micha! That really made my day. I texted my wife asking her to leave the house key outside, and rolled across the finish line at 12:40 AM. For a while, I had hoped to arrive before midnight. But the issue with the Wahoo had cost me extra time. Besides, if I had arrived earlier, I wouldn't have been able to chat with Micha. That wasn't worth it to me. At the finish line, I was greeted by Isabell, Tobbe (a photographer from the organizing team), two female riders who had successfully completed the 500-kilometer route just before me, and... ... my wife. Another surprise. It was wonderful to see you all. We chatted for a while, I had something to eat, and then Angela and I drove home. A "non-race" race was in the books. I reached the finish line after 2 days, 17 hours, and 40 minutes. In the end, that meant 4th place overall. A rider who had started in Nuremberg finished about 40 minutes ahead of me. Among the riders who started in Dresden, I took 3rd place. Naturally, I’m happy about that. But I’m even happier that I found myself again along the way. It was a wonderful experience. A wonderful "non-race" race. I really enjoyed the mix of road and gravel. I often find pure road races a bit monotonous over long distances. Kudos to "Schleudergang" and the entire organizing team. The final finisher party was a fitting conclusion to a special weekend. A few stats to wrap up: Distance: 1,042.2 km Elevation gain: 14,450 m Net riding time: 48 hours 33 minutes When I was planning my season last winter, I didn't even know if I wanted to do any more ultracycling races. Today, I know the answer. Yes. But only if I want to. @Adam: I know... way too much downtime! 📷 But... it wasn't a race, after all ;-) A big thank you to Wahoo. Many thanks for the support and backing Thanks to Ride with GPS and Epic Ride Weather. Best tools ever Also thanks to Albion. Your cycling clothing is exceptionally good And a special thanks to my friend Tino. Best bikeshop in Town www.elbbikes.de

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